Wie entsteht statische Aufladung in den Haaren?

Wenn statische Aufladung die Haare fliegen lässt oder beim Handschlag einen schmerzhaften Blitz verursacht, fragt man sich, woher das wohl kommt, und ob die Entladung gefährlich sein kann. Die Antwort ist einfach.

Statische Aufladung begegnet uns in verschiedenen Situationen. Im Winter bemerkt man sie häufig in den Haaren. Wenn man die Jacke oder den Pullover auszieht, knistert die elektrische Spannung in den Ohren und die Haare stehen einem zu Berge. Besonders, wenn man Kleidung aus Kunstfasern trägt, laden sich die Haare statisch auf. Dies bedeutet, dass in jedem einzelnen Haar eine elektrische Spannung entsteht, weil durch die Reibung mit den Chemiefasern Elektronen ausgetauscht werden. In welcher Faser ein Elektronenüberschuss, also negative elektrische Energie, oder ein Elektronenmangel, also positive elektrische Energie, entsteht, hängt von der Kombination der Materialien ab. Haare laden sich also nie gegenseitig auf. Erst durch die Reibung mit einem anderen Material kann es dazu kommen. Das ist auch der Grund dafür, dass alle Haare dieselbe elektrische Ladung annehmen.

Sobald dies geschieht, verhalten die einzelnen Haare sich zueinander, wie gleichgepolte Magnete. Sie stoßen sich gegenseitig ab, wodurch der lustige Eindruck entsteht, sie würden fliegen. Bringt man nun den Gegenstand, an dem man die Haare gerieben hat, in die Nähe, erkennt man eine deutliche Anziehungskraft. Bei starker statischer Aufladung kann es sogar anfangen zu knistern oder Funken zu schlagen. Dies sind nichts anderes als winzige Blitze, die den Spannungsunterschied ausgleichen.

Gibt man vor diesem Spannungsausgleich jemandem die Hand, kann es vorkommen, dass dieser Blitz zwischen den Händen einschlägt. Diese manchmal schmerzhafte Begrüßung ist vielen bekannt. Auch Autos können sich während der Fahrt statisch aufladen. Dies bemerkt man, wenn man von außen die Tür schließen möchte. Um den schmerzhaften Blitz zu vermeiden, kann es helfen, zuerst einen nicht metallischen Teil des Wagens zu berühren. Die statische Aufladung kann dann langsamer ausgeglichen werden.

Gefährlich ist der Schlag allerdings nicht. Nur wenn man an empfindlichen elektronischen Geräten, wie Computerbauteilen, arbeitet, ist es wichtig, zu Beginn der Arbeit die statische Elektrizität abzuleiten. Die Spannung kann die winzigen Leitungen beschädigen, wenn sie ungebremst in die Bauteile gelangt.