Weltkonzern mit Geschichte - die deutsche Börse

Die deutsche Börse sitzt traditionell in Frankfurt am Main. Sie ist eine 1992 gegründete Aktiengesellschaft und ist hauptsächlich für Entwicklung und Betrieb von Handelsplattformen zuständig.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war die heutige Bundesrepublik in kleine und kleinste Einzelstaaten zerfasert, die zwar einen gemeinsamen Kaiser hatten, aber de facto einzeln von ihren jeweiligen Fürsten und Grafen regiert wurden. Jeder dieser kleinen Staaten besaß seine eigene Währung, was den Handel untereinander enorm erschwerte und die Tür für Wucher und Gaunerei weit öffnete. Als Geburtsstunde der Frankfurter Wertpapierbörse gilt das Jahr 1585. In diesem Jahr fanden sich erstmalig Kaufleute zusammen, um verbindliche Wechselkurse für die unzähligen Währungen der damaligen Zeit festzulegen. Die erste Frankfurter Börsenordnung stammt aus dem Jahre 1682, wodurch eine offizielle Börsenverwaltung eingerichtet wurde. Zunächst fand an dieser ersten Börse nur ein Handel mit Münzen und Wechselscheinen statt, erst für das ausgehende 17. Jahrhundert sind Geschäfte mit Schuldscheinen und Anleihen belegt.

Heute ist die deutsche Börse ein weltweit aktiver Konzern mit ca. 3200 Mitarbeitern und Sitz in Frankfurt am Main. Seit 1992 ist sie eine Aktiengesellschaft und als solche selbst im DAX aufgeführt. Die Börse ist sowohl Marktplatz für den Handel mit Aktien und Wertpapieren als auch Entwicklerin und Anbieterin von weiteren Dienstleistungen rund um die Geldmärkte. Dazu gehören beispielsweise elektronische Handelsplattformen und Informationstools wie die bekannten Aktienindizes. Der Deutsche Aktienindex - kurz DAX - listet die 30 umsatzstärksten deutschen Konzerne auf und gilt als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt. Er gibt die Börsenentwicklung dieser Unternehmen in Echtzeit wieder.

Die deutsche Börse ist zudem Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse, eine der sieben Handelsplätze für Wertpapiere in Deutschland. Sie befindet sich in öffentlich-rechtlicher Hand. An dieser Wertpapierbörse wird sowohl auf die traditionelle Art im Präsenzhandel als auch auf elektronische Weise mithilfe eines elektronischen Handelssystems gehandelt. Dieses System ermöglicht einen weltweiten Zugriff auf die Börse in Frankfurt und kann so den gesamten Weltwertpapierhandel miteinander vernetzen.