Das Design der Laguiole Taschenmesser wurde bereits im 19. Jahrhundert entwickelt und bis heute kaum verändert. Charakteristisch ist die Biene, die sich vorne an der Feder befindet.
Laguiole Taschenmesser stammen ursprünglich aus der gleichnamigen Stadt in Zentralfrankreich, wo sie noch heute von einigen Firmen hergestellt werden. Da die Herkunftsbezeichnung jedoch nicht zu schützen ist, handelt es sich nicht – wie gemeinhin angenommen – um ein Markenprodukt. Demnach werden inzwischen günstige Plagiate in Pakistan oder China hergestellt, die allerdings qualitativ weniger hochwertig sind als die Originale. In Frankreich selbst werden die berühmten Messer noch heute in 134 Schmieden gefertigt – vier davon werden als die renommiertesten Manufakturen bezeichnet. Die Verarbeitung der Messer unterscheidet sich je nach Betrieb mehr oder weniger stark; auch anhand der Optik und Haptik lassen sich feine Differenzen ausmachen. Zwar gilt die Biene oder Fliege auf dem Messerrücken allgemein als Charakteristikum dieser Taschenmesser, teilweise wird sie jedoch durch Muscheln, Stierköpfe oder Ähnliches ersetzt. Entgegen allen diesbezüglichen Vermutungen dienen die Motive lediglich der Zierde, nicht dem Verriegeln der Messerklinge. Neben den Symbolen auf der Feder werden die Stücke zumeist durch geschliffene Einkerbungen sowie ein aus Nägeln gebildetes Kreuz geschmückt. Einer Legende zufolge sollen Schafhirten ihre Messer aufrecht in der Erde fixiert haben, um so vor dem christlichen Kreuz beten zu können.
Zwar steht bei der Herstellung der Laguiole Taschenmesser nach wie vor die Funktionalität im Vordergrund, aufgrund der unzähligen Varianten haben sie sich jedoch im Laufe der Zeit zu beliebten Sammlerstücken entwickelt. Besonders in Bezug auf die Beschläge der Griffschalen existieren verschiedene Ausführungen: Neben Edelhölzern (zum Beispiel Olive, Wachholder, Ebenholz, Bruyère oder Thuja) werden auch Horn oder Knochen eingesetzt. Für die Messerklingen wird hauptsächlich Schwedenstahl, aber auch hochwertiger Rosen-Damaststahl verwendet. Klingen sind wahlweise in satinierter oder polierter Ausführung erhältlich.
Damit die Klinge des Messers nicht auf der Feder aufschlägt, sollte man ein Laguiole Taschenmesser niemals zuschnappen lassen, sondern behutsam schließen.
18. Mai